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“Wie weit reicht der Akku?” ist eine der häufigste gestellten Fragen, wenn es um den E-Bike-Kauf geht.

Die Antwort – recht einfach: Das kommt darauf an! Denn es hängt vom Fahrer ab.

Mit den leistungsfähigsten Lithium-Ionen-Akkus können unter optimalen Bedingungen auf Reichweiten über 80 Kilometer gekommen werden – locker ausreichend für den Weg zur Arbeit oder für eine ausgedehnte Radtour. Doch wie beim Auto hängt der “Verbrauch” entscheidend vom Fahrstil ab.

Entscheidend ist der Fahrstil und da ganz besonders die Tretgeschwindigkeit oder die „Trittfrequenz“, wie die Fachleute es nennen. Bei hochwertigen Pedelecs misst nämlich eine Sensor-Elektronik im Antrieb Pedalkraft und Tretgeschwindigkeit und regelt danach die Motorkraft hinzu. Sind eigene Tretkraft und Motorleistung optimal ausbalanciert, läuft das System Mensch-Elektromotor am effizientesten und die Reichweite einer Akkuladung ist am grössten. Routinierte E-Biker haben das im Griff.

Während Autos mit niedrigen Motordrehzahlen am sparsamsten laufen, ist man auf dem Pedelec mit mittelflottem Tritt am weitesten unterwegs. 60 bis 70 Pedalumdrehungen pro Minute – das ist die optimale Trittfrequenz bei modernen und leistungsfähigen Pedelecs. Tritt man langsamer, muss der Motor mehr arbeiten als der Mensch – das kostet Strom. Tritt man schneller, “überholt” man sozusagen den Motor und kommt ins Schwitzen.

Die richtige “Drehzahl” macht’s aus…

Wichtig ist die richtige Trittfrequenz, besonders beim Anfahren. Weil der Motor des Pedelecs beim langsamen Treten viel Leistung hinzugibt, lassen sich ungeübte Fahrer gern zum “schaltfaulen” Fahren verführen: Sie fahren im schweren Gang an. Doch damit steigt auch der Stromverbrauch rapide. TIPPLocker in einem leichten Gang anfahren, also mit ca. 50 Pedalumdrehungen. Dann beschleunigen und nach ca. zehn Meter einen Gang schwerer schalten, bis man mit 60 bis 70 Umdrehungen im Reisetempo rollt. Das ist nicht nur schonet für den Akku, sondern ist auch besser für den „menschlichen Motor“.

Ein Nebeneffekt ergibt sich: Flottes, lockeres Treten ist für Muskulatur, Kreislauf und insbesondere die Kniegelenke deutlich gesünder, als mit langsamem schweren Tritt im strengen Gange zu würgen.

Durch den richtigen Fahrstil und richtigen Schalten können Fahrer die Reichweite ihres Pedelecs um bis zu 20 Prozent erhöhen.

Neben der optimalen Trittfrequenz bestimmen auch noch andere Faktoren die Reichweite. Häufiges Stop-and-Go in der Stadt erhöht den Verbrauch, ebenso wie der zunehmende Luftwiderstand bei hohem Tempo. Das kennt man vom Auto. Wenn es steil bergauf geht und der Motor mehr Kraft zuschießen muss, ist auch der Akku deutlich schneller leer. Nicht zu vergessen ist auch der richtige Reifendruck. 4,5 bis 5 Bar sind empfehlenswert, damit das Rad schön leicht rollt. Angaben zum richtigen Luftdruck finden Sie an der Reifenwand

Wer dennoch langsam treten möchte – etwa weil er in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist, kann die Vorteile des Pedelecs trotzdem uneingeschränkt nutzen. Eine langsame Trittfrequenz schädigt Antrieb und Elektronik keineswegs. Ältere Menschen, die weniger Kraft in den Beinen haben, können dadurch die Motorkraft voll ausnutzen. Nur die Reichweite wird geringer. Ein Reserveakku ist dann ratsam. Dieser kann ohne Werkzeug problemlos austauscht werden.

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